Wer ich bin.

Als, von Technologie faszinierter Mensch, wird das leben selten langweilig. Wo ein Problem ist, da muss es eine Lösung geben. Meine Berufswahl war nicht einfach, da ich schon immer Alles machen und sein wollte. Das Leben aber hat mir gezeigt, dass es oft das Eine braucht, um das Andere zu sein.

So hat mich nach dem Beginn der Gymnasialen Laufbahn die manuelle Tätigkeit mehr gereizt als das statische Lernen und ich habe ein Ausbildung zum Polymechaniker (Feinmechaniker, Maschinenmechaniker) begonnen. Nach einiger zeit, habe ich gemerkt, dass ich damit nicht glücklich werde. Die Botengänge durch die Produktion (eigenständige Lehrwerkstätte) hat mir gezeigt, wo das hinführt. Viele Leute, welche Radio hörend und Zigarette rauchend (ja das war da noch ganz normal) an ihren CNC-Maschinen standen und warteten, bis die Türe aufspringt: Späne Wegblasen Werkstück entnehmen, Rohteil Einspannen Knopf drücken, Zigarette anzünden…

Der zweite Versuch hat mich eine Elektroinstallateur-Lehre beginnen und auch abschliessen lassen. In der Theorie war ich spitze, Interesse hilft da, in der Praxis aber eher gelangweilt. Die Realität der Baustelle lässt den Zauber der Elektrizität fast so schnell erlöschen, wie die Funkenlöschstrecke eines Leitungs-Schutzschalters einen Kurzschlusslichtbogen. Zumindest hatte ich genug Zeit mir zu überlegen, wie die Dinge die ich installiere (Eletroinstallateur - Nomen est Omen) funktionieren. Als mir dann klar wurde, dass es mit der technischen Tiefe, nicht weit über den Punkt des Parametrierens von Zeitschaltuhren oder mit viel Glück mal einem Frequenzumformer oder einer Logo-Kleinsteuerung hinaus gehen wird, war ich wieder mal enttäuscht.

So habe ich, nachdem ich meine Frau kennengelernt habe und von der Schweiz nach Österreich übersiedelt (Österr. für umgezogen) bin, neue Wege eingeschlagen.

Nach einem Jahr als Mechaniker / Techniker in einem Saftladen (Supermarkt-Orangensaftpressen welche wohl jeder schon mal gesehen hat) und zwei Jahren als Tischler hatte ich die Idee im Elektrotechnik-Bereich aufzusteigen. Nach erfolgreichem, anfänglich berufsbegleitendem Eletrotechnik-Meister (Eigentlich Befähigungsprüfung Elektrotechnik, das aufgrund der traditionell bedingten Nichteinstufung des Elektrotechnikgewerbes als Handwerk) Abschlusses, und der darauf folgenden Anstellung, habe ich definitiv gemerkt, dass ich meinen Beruf bisher verfehlt habe.

Die wiederholten Erfahrungen von Enttäuschung und Unzufriedenheit (welche sich inzwischen überwiegend auf Unterforderung und ein verfehltes Umfeld zurückführen lassen), habe ich durch einen entscheidenden Zufall die Welt der Mikrocontroller entdeckt.

Als ich das erste mal einen Arduino bestellt habe, habe ich gemerkt, dass mir das Leben wirklich Spass machen kann und bin wochenlang abgetaucht. Nächtelang habe ich Code geschrieben, wenn ich um zehn Uhr abends dann einen Testlauf gemacht habe und beim debuggen dann von diesem schaurig hellen licht, welches plötzlich in das Zimmer scheint aus meiner Trance gerissen wurde, war mir klar: “Das will ich machen!”

Also habe ich geschaut, wann die nächsten WIFI-Kurse für die Berufsreifeprüfung (Berufsmaturität) stattfinden - zu spät und zu lange dauernd. So habe ich mich kurzerhand dazu entschieden mich selbständig vorzubereiten. Nachdem ich mir die entsprechenden Gymnasialen Lehrmittel für Mathe und Deutsch bestellt und durchgearbeitet hatte habe ich nach 4 Monaten begonnen Übungsprüfungen zu bearbeiten und mit grossem Dank an die Korrigierenden: Einem ehemaligen HTL-Mathematik-Professor und einer befreundeten studierten Deuschlehrerin als Korrektoren, die letzten Lücken gefüllt. Im Fach Englisch war ich, durch meine Umstellung des Medienkonsums auf die Englische Sprache seit ich 19 war, sattelfest genug, der Fachteil wurde, wie wenn vorhanden üblich, durch den Meistertitel ersetzt.

Den nötigen Wissenstand habe ich somit erreicht und mit Bravour bestanden (sogar einzige Mathematik-Bestnote in der ganzen Vienna Business School in diesem Jahrgang (welche mich freundlicherweise zur Prüfung zugelassen hat trotzdem von mir keine Vorbereitungskurse besucht wurden, Dank an dieser Stelle, und grosse Erleichterung nach Monaten des Schriftverkehrs mit verschiedenen, in Frage kommenden Einrichtungen).

Somit bin ich im kurzentschlossen an die Johannes-Keppler-Universität in Linz, und habe mich, dem Ruf nach, im schwierigsten gebiet eingeschrieben, der Elektronik und Informationstechnik.

Die zwei, von Covid-19 geprägten, Semester und die damit verbundenen ungünstigen Umstände, welche von einem improvisierten Fernunterricht mit unzureichender Technischer Ausstattung, mangelhafter Betreuung (Feedback von höheren Semestern, welche auch schon was anderes erlebt haben) und dem nicht vorhanden sein von Kommilitonen überschattet waren, war meine Motivation angeschlagen. Einerseits wegen genanntem andererseits die Dominanz der Mathematik, welche sich als zeitaufwändigstes Gebiet herausgestellt hat, und nicht vor der Elektrotechnik und Physik halt macht.

Nach der Ankündigung, dass das dritte Semester unter den gleichen Vorzeichen stehen wird, war es genug und ich bin in die Informatik an der Fernuniversität in Hagen umgestiegen, von den anfänglich 26 Studenten, welche mit mir begonnen haben, waren somit nur noch 15 übrig.

Pragmatischerweise habe ich gefunden, wenn schon Fernstudium, dann wenigstens bewährt, und nicht improvisiert. Die Fernuniversität in Hagen ist die Größte deutsche Universität und bietet sehr viel Flexibilität in der Zeitgestaltung. Glücklicherweise ist die Fernuni Hagen auch in Österreich so weit anerkannt, dass das Stipendium, welches mich finanzierte, auch dafür zugestanden wird.

Nach der Geburt meiner Tochter, kurz nach Studienbeginn und meinem Sohn, welcher damals noch im Kindergarten war, wurde das Management mit der Familie einfacher. Als Student auch Hausmann zu sein war gar nicht so einfach auf der JKU, jedoch mit dem 2-Wochen-Rhitmus der Fernuni Hagen, mit weniger, und eher in den Abend geschobenen Veranstaltungen um einiges leichter unterzubringen.

Daneben kann ich es ja nicht lassen, immer noch eigene Projekte voranzutreiben, ja das sind jene, bei denen man sich manchmal fragt, ob es nicht weniger Aufwand wäre die jeweilige optimierte Sache das Leben lang althergebracht zu machen, aber wie gesagt -wo bleibt dann das Leben?

Nach der Übernahme unseres Hauses im Letzten Jahr und den damit verbundenen teils dringenden Sanierungsmassnahmen, fehlte es mir nicht an Beschäftigung.

Die nebenläufige Planung und Baubewilligung des Dachgeschoss-Ausbaus und der Sanierung der Stützmauer im Innenhof haben auch erstaunlich viele Pendelbewegungen vor und zurück zwischen Planer und Gemeinde vollführt.

Da unsere Tochter sich gut im Kindergarten eingelebt hat, die meisten Arbeiten inzwischen abgeschlossen und die oben genannten zwei grossen Projekte für kommenden Frühling vergeben sind, werden wieder Ressourcen frei.

Es freut mich, wenn Ihr meine Projekte weiter mitverfolgt!

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